Selbsthilfe

Anleitung zur selbstorganisierten Angsthilfe oder Selbsthilfe bei Ängsten

Wie Selbsthilfe bei Ängsten aussehen kann

Wer mit Angst zu tun hat sucht oft nach Möglichkeiten sich selbst zu helfen. Zu berücksichtigen dabei ist um welche Art von Angst es sich handelt. Angststörungen und Angsterkrankungen gehören in die Hände eines Therapeuten, Psychotherapeuten oder eines Arztes. Mit den „normalen“ Ängsten des Alltags lässt sich allerdings auch selbstorganisiert ein Weg finden, dabei soll der eine oder andere Tipp hier helfen. Diese Übersicht ist natürlich nicht vollständig und kann noch ausgebaut werden.
Auch die Selbsthilfe bei Angst richtet sich nach der einzigartigen Persönlichkeit des Menschen.
Das merken wir schon daran, wie unterschiedlich mehrere Menschen mit der gleichen Angst umgehen. Was bei dem Einen hilft, wirkt noch lange nicht bei jedem. Auch bei der Selbsthilfe muss die Lösung „passen“. Statistische Aussagen über Erfolgsquoten bestimmter Behandlungsformen sind wichtig und interessant. Letztendlich bestimmt aber immer nur der/die Betroffene wie hilfreich etwas ist.

Schreiben Sie mir was Ihnen bei dem Umgang mit Ihrer Angst hilft bzw. geholfen hat!

Selbstbestimmte Angsthilfe und Selbstverantwortung

Ich würde Ihnen raten nur das zu tun was Sie auch wirklich wollen. Jeder Mensch ist einzigartig und braucht einzigartige Lösungen. Nur weil eine Technik nicht wie gewünscht wirkt, heißt das noch lange nicht, dass überhaupt nichts hilft. Es bedeutet nur, dass diese Technik oder andere Faktoren nicht so wirken und das Passende noch nicht gefunden wurde. Meiner Ansicht nach gibt es immer Chancen!

“Wenn das was du tust oder getan hast nicht hilft, mach was anderes!”
Das klingt zwar leicht ist aber oft sehr schwer.

Es gibt mehrere gute Auswege bei Angstzuständen. Viele davon sind aber nur mit einem Coach oder Berater im persönlichen Kontakt machbar. Es kann sich also hier nur um Beispiele mit allgemeiner Breitbandwirkung handeln. Für tiefer gehende individuelle Lösung vereinbaren Sie bitte einen Termin.
Zu den Beispielen zur Angstselbsthilfe ist zu sagen, dass diese möglichst früh (also bereits bei den kleinsten Anzeichen) das größte Hilfepotential haben. Je niedriger der Stress ist umso größer bleibt die Handlungsfähigkeit.

Anleitung und Beispiele zur Angstbehandlung

Atmen: Langsam ausatmen
Der Atem hat sehr viel mehr mit unserer inneren Wahrnehmung zu tun, als wir allgemein annehmen. Wenn wir angespannt sind atmen wir anders als bei Entspannung und beides geht nicht gleichzeitig. Eine Ruheatmung hat zudem auch bahnende Wirkung. Der gesamte Organismus wird nach einer Weile von der Entspannung „angesteckt“. Probieren Sie es aus: z.B. mit normalem Einatmen und langsamen Ausatmen (doppelt so lange). Halten Sie das mindestens 10 Minuten durch und spüren Sie was sich verändert.
Den Fokus von der Angst ablenken
Viele Betroffene „wollen die Angst weg haben, sie soll verschwinden.“ Auch wenn das komisch klingt: damit verstärkt man eher die Angst. Das ist so als wenn wir sagen würden “ich stelle mir jetzt mal kein gelbes Krokodil vor.” Das gelbe Krokodil müsste erst mal da sein, damit es weg sein könnte. Dachten sie vor diesem Absatz an ein gelbes Krokodil? Wahrscheinlich nicht. Denken sie jetzt daran? Wie können sie sich das erklären? Das wovon wir sprechen oder was wir lesen taucht in uns auf. Es ist besser zu sagen “ich denke an einen rosa Elefanten”, denn dann ist der rosa Elefant da. Lenken sie ihre Aufmerksamkeit auf (vielleicht ein Bild von) Ruhe, Gelassenheit, Entspannung und eventuell Momente in den sie sich stark und groß gefühlt haben.
Sport treiben
auch sportliche Aktivitäten werden oft unterschätzt und gehen sogar ohne große Anstrengung. Auch wenn einige auf das „Auspowern“ schwören. Nach etwa 30 Minuten schüttet der Körper Glückshormone aus.
In die Natur gehen
Wir sind natürliche Wesen und ein Teil der Natur. Deswegen fühlen wir uns in der Natur so wohl. Wie man das macht, bleibt jedem selbst überlassen. Die Einen gehen in den Garten und pflanzen Blumen während die Anderen lieber Wandern oder Fahrrad fahren. Die Devise hierbei: Hauptsache etwas derartiges tun!

Durchhalten und sich der Angst aussetzen

Dieser Ansatz ist weit verbreitet und vielleicht auch so beliebt weil man ihn mit wenigen Worten formulieren kann. Bei vielen funktioniert das allerdings nicht oder verschlimmert die Situation sogar noch. Die Betroffenen können sich abgewertet fühlen weil sie anscheinend nicht klug genug sind solche einfachen Regeln zu befolgen. Lassen Sie sich nichts einreden! Mit Klugheit oder Dummheit hat Angst ganz sicher nichts zu tun.
Eine sanftere Variante ist die Angst zu beobachten ohne etwas zu tun.

Wenn solche Tipps helfen ist das wunderbar, wenn nicht kann man trotzdem (jedenfalls in meiner Praxis) was machen.

Angstmuster verändern

Unbegründete Angstreaktionen folgen einem Muster. Im Laufe unserer Entwicklungsgeschichte haben sich bei Wiederholungen automatisierte Muster als sehr effektiv erwiesen. Deswegen macht es unser Gehirn immer wieder. Diese zu verändern ist nicht leicht, aber möglich. Die Chance ist ein neues Muster bzw. die Unterbrechung. Versuchen Sie mal etwas zu machen, was Sie noch nie (im Rahmen der allgemein akzeptierten Umgangsformen) gemacht haben und in dem Moment nie tun würden. Es könnte sein, dass Sie von der Wirkung überrascht werden.

Die Angst beschreiben und neu mit ihr umgehen

Die meisten Menschen reagieren in angstauslösenden, angstbesetzten Situationen sehr hektisch und übersehen viele Details. Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ein Weg wäre die Angst so zu beschreiben als wenn diese ein Objekt, eine Gestalt oder etwas ähnliches wäre. Was würde am ehesten dazu passen? Ist sie eher eckig oder rund? Welche Farbe könnte sie haben? Welche Form, welche Gestalt könnte sie haben? Würde eine Landschaft, ein Tier oder eine Person dazu passen? Wenn etwas derartiges als Objekt in einem Fantasiefilm auftauchen würde, wie sähe das aus? Wenn die Angst sowieso kommt, warum nicht mal ausgiebig beschreiben? Wenn sie etwas sagen könnte, was würde sie sagen? Was müssten sie tun, damit es unangenehmer oder angenehmer wird?

 

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Echte Auswege bei Ängsten